Schutz vor Doofheit

Das Landgericht (LG) Düsseldorf ist der Ansicht, die sexuell aktive deutsche Bevölkerung vor dem Mehrgebrauch von Präservativen schützen zu müssen. Ja, so die Kammer, der Slogan eines Herstellers „1 Tüte à 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen“ sei in der Tat irreführend.

„Warum sollte eine Frau bei der Verwendung eines Kondoms nicht zwei Orgasmen haben?“, wird der Geschäftsführer der beklagten Fa. Einhorn zitiert. Und das Gericht konterte:  „Man könnte missverstehen, dass die Orgasmen des Mannes gemeint sind“. Da stellt sich dann die Frage nach der sexuellen Potenz der Kammermitglieder: Mehrfach-Orgasmen des Mannes beim Akt? Alle Achtung: das liegt ja weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung. Unter diesen strammen Voraussetzungen sind dann aber auch mehr als 2 Orgasmen der Frau denkbar. Auch überdurchschnittlich, und der Anspruch von Einhorn ans eigene Produkt.

Die Haltung der Kammer knüpft also an überdurchschnittliche sexuelle Leistungen an, wo wir im Wettbewerbsrecht doch immer vom durchschnittlich informierten Verbraucher auszugehen haben. Orgasmen kann man zählen; Durchschnitt nicht. Die Entscheidung ist also falsch.

Frage in eigener Sache: warum wird Einhorn von WBS vertreten? Und was hat die Vorsitzende Richterin Johanna Brückner-Hofmann gegen 14 Orgasmen?

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