Societas Unius Personae – SUP

Unter diesem tollen Namen will die EU-Kommission eine neue Rechtsform schaffen. Es soll sich nach dem Richtlinienentwurf um eine Einpersonengesellschaft mit beschränkter Haftung und nur einem Gesellschafter handeln. Die SUP soll volle Rechtsfähigkeit erlangen und erhält die Publizität des Handelsregisters. Die Eintragung ins Register soll elektronisch erfolgen. Der (einzige) Gesellschafter „ist“ quasi die Gesellschafterversammlung. Der einzige Gesellschafter haftet beschränkt auf das Stammkapital (Ausnahme: Haftung für gesellschaftsschädliche Gewinnausschüttungen). Dieses beträgt im Minimum 1 € (!) und ist auch im Geschäftsverkehr zu publizieren (Website, Briefbogen etc.). Und die Gesellschaft gibt nur einen (Geschäfts)Anteil aus. Gründer kann eine natürliche oder juristische Person sein. Die SUP nimmt ihre Aufgabe durch die originären Pflichten des einzigen Gesellschafters und im übrigen durch Geschäftsführer (Leitungsorgan) wahr.

Warum der Mittelstand, der ja leider immer wieder mit KMU gleichgesetzt wird, diese Rechtsform braucht, um grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen, ist nicht ersichtlich. Ziel des Entwurfs ist die Gründung von Unternehmen im EU-Ausland. Sitz und Verwaltung dividieren sich dann. Im Übrigen steht zu befürchten, dass die SUP durch Öffnungsklauseln für das nationale Recht an Attraktivität verliert, bevor sie startet …

Advertisements