Autonomes Fahren und Produkthaftung

Die amerikanischen Wissenschaftler Miller und Valasek haben über das Internet die Elektronik eines Jeep Cherokee gehackt und so die Kontrolle über das Fahrzeug erlangt. Bei ihrer Demonstration machten sich das Signalhorn, die Scheibenwischer, die Scheibenwaschanlage, das Radio, das Display und schließlich der Motor „selbstständig„. Möglich war das durch das Auslesen der Electronic controls units (ECU) und die Anwendung des CAN network protokolls. Fakt ist einfach, dass die Herausforderungen an das Autonome Fahren dadurch, dass sich die Fahrzeuge frei im Verkehr bewegen, sehr hoch sind. Fakt ist aber auch, dass die Hersteller ihr Augenmerk aktuell auf mehr Komfort legen; Sicherheitstools werden nicht zeitnah implementiert. Aus juristischer Sicht ist das eine Frage der Produkthaftung. Die Möglichkeit derartiger Hacks steht der Weiterentwicklung des Autonomen Fahrens diametral entgegen. Hier ist nichts anders erforderlich, als ein Risikomanagement, denn § 1 Abs. 2 Nr. 5 ProdHaftG gilt nach dieser Erkenntnis nicht mehr.

<Update1> Nach dem Hack erfolgte ein Rückruf von 1,4 Mio. Fahrzeugen durch Fiat-Chrysler …

<Update2> Aus dem U.S.-Senat kommt nun ein Gesetzesentwurf für einen SPY Car Act, der die Hersteller verpflichten soll, das Hacken in Echtzeit (!) zu verhindern.

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