Zugang zu „Metin2“

Das Amtsgericht (AG) Karlsruhe hat mit Urteil v. 19.05.15 (8 C 377/14) eine permanente Accountsperre für das MMORPG Metin2 für wirksam erklärt. Die beklagte Fa. Gameforge 4D hatte dem Spieler wegen wiederholten Regelverstoßes den Zugang gesperrt. Das AG stützt sich auf das Recht der Leihe und des Auftrags und zieht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Bekl. heran. Gameforge nennt das Nutzungsvertrag.

Insgesamt ist das Urteil eher unaufgeregt. Richtig ist sicher der Ansatz, den Erwerb von In-Game Items vom Free-to-play Modell zu unterscheiden. Die kostenlose Nutzung des Spiels muss hier mit einer eher losen Verbindung der Vertragspartner korrespondieren. Oder anders gesagt, von einem kostenlosen Spielangebot kann man keine unbedingte Vertragserfüllung erwarten. Bedingung sind hier die Spielregeln. Diese sind simpel. Die dem User übertragene eine einfache Lizenz ist befristet und steht und fällt mit dem „Nutzungsvertrag“. Wird dieser beendet, entfällt auch die Lizenz.

Das Gericht hat sich auf Ziff. 10.2 der AGB gestützt; diese hat Gameforge mittlerweile geändert. Einschlägig ist nun Ziff. 8.2. Ziff. 10.2 sah eine „sofortige“ ordentliche Kündigung vor. Das ist natürlich Unsinn: ordentliche Kündigungen sind durch Kündigungsfristen geprägt. Hier hat man außerordentlich gekündigt. Das geht nach allgemeinen Grundsätzen nur dann, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Und eine außerordentliche Kündigung kann durchaus eine ordentliche Kündigung inkludieren; andersherum geht das nicht. Folge: hat Gameforge ordentlich gekündigt, würde eine Kündigungsfrist laufen; so jetzt Ziff. 8.1 S. 2 der AGB (2 Wochen). Unabhängig von diesem akademischen Diskurs, endete der Nutzungsvertrag in jedem Fall mit Ablauf der 2 Wochen.

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